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Nächste Lesungen gemeinsam mit Ursula Kieger:  08. Oktober 2019; 19:30 Uhr im Melanchthonhaus, Jena; Musik: Gottfried Peschel

Monatsgedicht September


wenn du gegangen bist

die rosen welken in deinem zimmer
vertrocknet die abschiedsworte 
in der runde zerredet 
die zeit zerfallen verschoben 
ins archiv der dinge

das papier kräuselt die stirn
hüter von niemandem
du zählst die lorbeerkränze und
dornenkronen 
du verzählst dich
jeder vergisst ein anderes
zu verschieden die anzüge
eine trockenrose überlebt neunzig
tage im hinterzimmer
es weht ein frischer wind herein 
die wasserräder drehen weiter
höher das tempo und
die reißwölfe arbeiten 




Eine Neugier und eine große Schreiblust treffen sich in mir. Es treibt mich mit ihnen durch die Welt.
Ich will mir die Zeit, meine Zeit, das Leben oder einfach nur mein Leben erklären. Mein Lachen, mein Weinen, mein Hoffen, mein Nicht-Verstehen suchen einen Ort. Übermütig mag ich mit den Worten spielen und staunen, wie sich darin Mosaiksteine des Lebens sammeln. Ich freue mich, wenn ein anderes Gegenüber stehen bleibt, innehält in einem Moment: Ja, das kenne ich, das fühle ich oder das ist überraschend, ich entdecke etwas ...  Wenn die Lust am Lesen von Lyrik entfacht wird, eine Inspiration begeistert oder aufregt, erfüllt sich der Wunsch nach Resonanz.

Ich lade ein in das herzhaus und  himmel weit weg  
(enthalten in "lauter leben" - bestellbar im Buchhandel oder über E-Mail: inajar@web.de):


herz haus

im haus arglos mit
einem zimmer argwohn
und blick auf gartengrün
wohnt das hungrige wesen

will weiden auf wiesen
und fliegen über
gatter und steine
gruppen los frei sein

im lauf gitter der tage
und der nachthimmel
fangen die irr wege
die wünsche ein

weiß mir keine ruhe
im haus im zimmer wo
kindermärchen rufen und
radio wellen schlagen

regen wäscht nicht
rein den trüben den
lausigen ausblick
aus kleinem fenster

flüchte in trotzig
laut lose ideen so
tomatenrot oder gras
grün im tintenblau

herz funken springen
aufs papier und über
dem zaun schwebt
eine weiße feder


himmel weit weg


eva warf den apfel

ins wasser

so rosarot zeigt er

sich halb und halb

nackt im blau 


am steg am stiel

könnte eva noch

ziehn 


doch ihr schopf wo 

verloren

ist adam auch 

schon gesprungen 

nach dem


rosarot im blau

geteilt 

der apfel


und der himmel

wie verwundet

im schwimmen

und singen 

vom para 

dies



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